Donnerstag, 24. Mai 2012 |
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Nachdem bereits Twitter mitgeteilt hat, Tweets länderspezifisch zu zensieren, teilt nun auch Google mit, Leser seines Blogging-Dienstes Blogger in Zukunft auf länderspezifische Domains umzuleiten. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es:
If you visit a blog that does not correspond to your current location as determined by your IP address, the blogspot servers will redirect you to the domain associated with your country.
Sprich bestimmte in spezifischen Ländern verbotene Inhalte würden dort nicht angezeigt, wären aber in anderen Ländern weiterhin verfügbar. Dies wird mit einer country-code top level domain oder auch ccTLD umgesetzt. Um diese Umleitung als Blogger-User zu umgehen, bietet Google die Möglichkeit, den länderspezifischen Inhalt des Blogposts durch die Eingabe einer speziell formatierten NCR URL anzufordern. Dieser "Non Country Redirect URL" soll die Weiterleitung verhindern. Auch auf Twitter ist die Umgehung des Sperrmechanismus aufgrund des fehlenden Einsatzes von IP-Geoblocking möglich. Gegenüber Netzwertig bestätigt Rachel Bremer, europäische Pressesprecherin von Twitter:
Geotargeting auf IP-Basis ist keine perfekte Technik und wir wollen sicherstellen, dass Nutzer die Ortsangabe verändern können, wenn diese nicht stimmt.
Twitter bietet Nutzern, um ihnen die Umgehung der Zensur zu erleichtern, direkt eine Hilfeseite an. Die Umsetzung der von den Staaten geforderten Möglichkeiten zur Zensur sind damit nicht so totalitär wie sie scheinen. Vielmehr wirkt es, als ob Twitter und jetzt auch Google repressiven Staaten gegenüber lediglich ein Schein-Zugeständnis gemacht haben. Man nimmt dafür zwar negative Schlagzeilen in Kauf, stellt aber gegen die Zensur offensichtliche Schlupflöcher bereit.
Diese Themen werden wohl auch in Zukunft stark diskutiert werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sowohl Twitter als auch Google, an ihrem Ansatz nicht IP-basiert zu blocken, festhalten.