Samstag, 11. Februar 2012 |
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Lange genug hat es gedauert, nun ist der Frühling aber endlich da. Dass dem so ist, kann man an einigen wichtigen Kerndaten festmachen. So steht zum Beispiel am kommenden Samstag der 1. Mai vor der Tür, die Bundesligasaison neigt sich ihrem Ende zu und so ganz nebenbei blüht es allerorts. Es gibt aber noch einen subtileren Hinweis auf das definitive Ende des Winters. Alljährlich findet Ende April in Werder (Havel) das Baumblütenfest – übrigens in diesem Jahr bereits zum 131. Mal – statt. Ein Fest, bei dem die Werderaner ihre Gärten für die Besucher öffnen und Obstwein, Kuchen & Co. unters Volk bringen. Das klingt durchaus idyllisch, hat aber einen entscheidenden Haken: Werder liegt im Einzugsgebiet Berlins. Vor diesem Hintergrund verwundert es daher wenig, dass das Städtchen heillos überrannt wird; am vergangenen Wochenende beispielsweise von mehr als 100 000 Ausflüglern. Das Drama beginnt schon auf der Anreise, für die die Bahn extra Sonderzüge bereitstellt. Da nämlich steht man dicht an dicht, wie die sprichwörtlichen Sardinen in der Dose, und kommt sich mit wildfremden Menschen körperlich bedenklich nahe. Und auch nach der Ankunft wird es nicht viel besser. Denn ganz Werder ist restlos überlaufen. Irgendwann findet man dann aber doch in fremder Leute Garten ein Plätzchen, schlürft einen Holunderwein und versucht – die dunklen Gedanken an die Zugrückfahrt unterdrückend – den Tag zu genießen. (Tipp: Wer sich rechtzeitig auf den Rückweg macht, hat den Sonderzug fast für sich allein.) Es ist übrigens mein erster Ausflug zu jenem Fest gewesen. Als Fazit bleibt: Man muss ja (fast) alles wenigstens einmal ausprobiert haben. Das gilt übrigens auch für Silverlight 4, das dieser Tage veröffentlicht wurde und auf das in diesem XML-Report ein erster Blick geworfen wird.
Silverlight 4Microsoft bleibt sich in Sachen Silverlight treu. Denn nachdem Silverlight 3 erst vor wenigen Monaten veröffentlicht wurde, gibt es jetzt bereits die vierte Version des Flash-Konkurrenten. Die aktuelle Version hält wieder zahlreiche Neuerungen parat. Hervorzuheben sind hier zunächst die Unterstützung für Google Chrome, eine Druckfunktion und die Unterstützung von Webcams mit Mikrofonen. Durch die weiter optimierte Out-of-the-Browser-Technik wird es zudem möglich, dass Silverlight-Applikationen Zugriff auf das Dateisystem, die lokale Hardware und auf COM-Objekte haben. Das gilt allerdings ausschließlich für solche Anwendungen, die entsprechend signiert sind und denen der Zugriff explizit erlaubt wurde. Ausführliche Informationen zur aktuellen Silverlight-Version finden Sie unter http://www.microsoft.com/germany/net/silverlight/.
XML Entity Definitions for CharactersDie Empfehlung XML Entity Definitions for Characters wurde von der Math Working Group herausgegeben. Das vorliegende Dokument ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit in Bezug auf Entitäten-Namen im Web. Durch XML Entity Definitions for Characters wird beschrieben, warum es in der Vielzahl der Fälle besser ist, mathematische Symbole direkt als Unicode-Zeichen oder als XML-Entitäten zu speichern. Die Math Working Group weist explizit darauf hin, dass das vorliegende Dokument einen Abschluss hinsichtlich der Harmonisierung beim Einsatz von Entitäten-Namen in der XML- und der Unicode-Welt darstellt.
Voice Browser Call Control: CCXML Version 1.0Die Voice Browser Working Group hat die Bewerberempfehlung Voice Browser Call Control: CCXML Version 1.0 veröffentlicht. In diesem Dokument werden Syntax und Semantik der CCXML (Call Control eXtensible Markup Language) beschrieben. CCXML wurde entwickelt, um VoiceXML um Telefonieunterstützung zu erweitern. Dabei sind CCXML und VoiceXML zwei voneinander getrennte XML-Anwendungen, die unabhängig implementiert werden können. CCXML ist also eine Sprache für Dialogsysteme, die sich auch (aber eben nicht nur) mit VoiceXML kombinieren lässt.
File API: WriterUnd noch eine Neuigkeit vom W3C: Von der Device APIs and Policy Working Group wurde der erste öffentliche Arbeitsentwurf des File API: Writer herausgeben. Dieser Entwurf beschäftigt sich mit dem Aspekt, dass Webapplikationen momentan in ihrer Funktionalität recht eingeschränkt sind, wenn es um das Schreiben von Dateien geht. Zwar kann man einen Link auf Dateien setzen, das Schreiben von Dateien ist allerdings schwierig bzw. unmöglich. Mit File API: Writer wird ein API bereitgestellt, durch das sich Anwendungen entwickeln lassen, mit denen sich Dateien generieren und schreiben lassen.
Apache MyFaces 2.0Die Apache-Implementierung MyFaces 2.0.0 wurde veröffentlicht. Dieses Apache MyFaces ist eine Open-Source-Implementierung der JavaServer-Faces-Spezifikation. Die sicherlich wichtigste Neuerung ist der Einzug der View-Handler-Technik Facelets in den JSF-Standard. Aber auch die Verfügbarkeit von AJAX ist durchaus interessant. Denn bislang musste/konnte man als Entwickler selbst entscheiden, ob JSF um AJAX-Funktionalitäten erweitert werden sollte. Ab sofort ist eine entsprechende JavaScript-Bibliothek fester Bestandteil von JSF. Weiterführende Informationen zu Apache MyFaces 2.0.0 finden Sie unter http://myfaces.apache.org/.
XML-Tool der WocheEPUB ist ein Format für digitale Bücher. Dabei setzt sich die Sprache aus Open Publication Structure (OPS), Open Packaging Format (OPF) und dem Open Container Format (OCF) zusammen. Auf EPUB basierende E-Books ermöglichen beispielsweise die dynamische Anpassung der Texte an die jeweilige Bildschirmgröße beim Leser. Somit eignet sich dieses Format auch und gerade für die Ausgabe der E-Books auf Smartphones. Wie aber kann man E-Books auf Basis dieses Standards generieren? Genau das zeigt das epubMinFlow-Projekt, das die Produktion von E-Books auf Basis von EPUB beschreibt. Dabei liegen die Buchdaten in einer herkömmlichen XML-Baumstruktur vor. Für die eigentliche Transformation wird auf XSLT zurückgegriffen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie auf Basis kostenloser Software, vollwertige E-Books generiert werden können. Auf der offiziellen Webseite, die Sie unter http://datenverdrahten.de/epubMinFlow/ finden, gibt es eine ausführliche Beschreibung zum epubMinFlow-Projekt.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.