Samstag, 11. Februar 2012


Interview

Dienstag, 26. Mai 2009 | Interview

webinale live: Torsten Oelke im Interview

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/cod//048990)
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CREATE OR DIE: Torsten, du hast für dein Buch "Stars des Internets – Erfolgreiche Webunternehmer und ihre Geschichte" mit zahlreichen Gründern gesprochen und sie nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt. Was macht einen Gründer erfolgreich?
Torsten Oelke: Alle Gründer, die ich für mein Buch interviewt habe, ob Lars Hinrichs von Xing oder Lukasz Gadowski oder Craig Newmark von Craigslist, vereint die Leidenschaft für ihr Unternehmertum. Jeder brennt für ein bestimmtes Thema, will den Markt missionieren, wie Rolf Dobelli von getabstract oder noch einmal einen großen europäischen global Player aufbauen wie Stefan Glänzer. Die leidenschaftliche Identifizierung mit seinem Gründungsthema macht einen Unternehmer authentisch und ist Basis für jeden Erfolg.

CREATE OR DIE: Wie haben sich die Gründer menschlich entwickelt? Oftmals ist es ja so, dass man mit gewissen Idealen startet, man aus der Welt einen besseren Ort machen möchte. Geht dieses Gedankengut mit dem Erfolg verloren?
Torsten Oelke: Die erfolgreichen Gründer sind ihren Werten treu geblieben. Sehr schön kann man das an der Geschichte von Craig Newmark sehen – der seine Ideale stets als "moralischen Kompass" beschreibt. Immer, wenn er von ihm abgewichen ist, hat das zu Rückschlägen in der Unternehmensentwicklung geführt. Natürlich darf man aber bei all dem nicht vergessen, dass jeder Unternehmer immer noch ein wirtschaftliches und mitunter taffes Business betreibt. Im Übrigen gilt: "Don't be evil".

CREATE OR DIE: Wie sieht es mit negativen Entwicklungen aus? Wie geht man als Gründer damit um, wenn das eigene Vorhaben scheitert?
Torsten Oelke: Lars Hinrichs ist ein gutes Beispiel dafür. Man steht wieder auf und macht beim zweiten Anlauf einen der erfolgreichsten deutschen. Börsengänge der Post-Bubble-Ära. Oder man steht eben ein drittes Mal auf, womit wir wieder bei Leidenschaft wären. Obwohl ich "Stars des Internets" beschreibe, kann man in den Geschichten auch von Rückschlägen und Niederlagen lesen. Das gehört eben dazu.

CREATE OR DIE: Wie unterscheidet sich die Gründerszene, wie unterscheiden sich die Gründer in den USA von denen in Europa?
Torsten Oelke: Die Stereotypen sind bekannt. Aber wenn man sich Konstantin Guericke von LinkedIn oder eben Craig Newmark anschaut, dann ist es so, dass diese in einem Umfeld gründen, das nach wie vor natürlicher mit Gründungen und Risiko umgeht, als wir hierzulande. Meine Beobachtung ist allerdings, dass gerade in Zeiten wie diesen sehr viele Gründer in Deutschland seit einiger Zeit an Ideen gefeilt haben und sich sagen "Wenn nicht jetzt – wann dann?"

CREATE OR DIE: Ausgehend von der momentanen Wirtschaftslage, ist der Zeitpunkt ein günstiger oder ein schlechter, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen? Gibt es ihn überhaupt, den optimalen Zeitpunkt?

Torsten Oelke: "Krisenzeiten sind Gründerzeiten" greift natürlich zu kurz. Denn es ist nicht mehr so einfach an Risikokapital zu kommen oder zu Bewertungen finanziert zu werden, wie sie noch vor ein paar Jahren möglich und üblich waren. Der optimale Zeitpunkt ist immer eine individuelle Sache, entweder, wenn man wie Lukasz Gadowski direkt aus der Uni heraus gründet, oder wie Rolf Dobelli, weil man irgendwann gegen den Wunsch nicht mehr ankommt, einfach keinen Chef mehr haben zu wollen.

CREATE OR DIE: Vielen Dank für das Gespräch!

(rw)

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