Samstag, 11. Februar 2012


Interview

Dienstag, 24. März 2009 | Interview

"Parallele Programmierung wird der Normalfall werden"

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/jaxenter//047974)
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Klaus Alfert

Das Thema Multicore-Programmierung ist bei den JAXenter-Lesern hoch im Kurs, das beweist nicht zuletzt die heiß geführte Diskussion rund um Angelika Langers Session von der letzten W-JAX.

Auf der kommenden JAX 2009 in Mainz wird Dr. Klaus Alfert in seiner Keynote "Fette Maschinen brauchen schlanke Software" die Multicore-Revolution und ihre Folgen unter die Lupe nehmen. Grund genug für uns, ihn im Rahmen des JAX-Countdowns vorzustellen.

JAXenter: Im Grunde ist die Multicore-Revolution schon in vollem Gange. Glauben Sie, dass Software-Entwickler schon optimal darauf vorbereitet sind?

Dr. Klaus Alfert: Nein, die Software-Entwickler sind heute darauf nicht optimal vorbereitet, ich fürchte, die wenigsten sind es überhaupt. Parallele Programmierung ist ein Bereich, der in der Vergangenheit in der (universitären) Ausbildung nur ein Randbereich dargestellt hat. Um die Multicores auszunutzen, ist aber praktisches Wissen in diesem Bereich essentiell. Noch ist dies für die meisten von uns kein dringliches Thema, aber es wird in den nächsten Jahren keiner daran vorbei kommen.

JAXenter: Welche Ansätze gehören für Sie jetzt als erstes "über den Haufen geworfen"?

Alfert: Perspektivisch muss sich die Einstellung ändern: Parallele Programmierung wird der Normalfall werden. Tückisch ist es aber, dies mit den Bordmitteln von Java zu tun, dies ist fehleranfällig, man denke an Race-Conditions oder Deadlocks. Solche Dinge müssen bei Entwurf und Test mitberücksichtigt werden.

JAXenter: Es wird auch um das Potenzial von Scala gehen. Welche Meinung haben Sie persönlich zu diesem aufgehenden Stern am Java-Himmel?

Alfert: Scala ist eine sehr interessante Sprache, die das Zeug dazu hat, sich zu Java zu verhalten wie C++ zu C in den 80ern. Wie damals wird eine Mainstream-Sprache um neue Konzepte erweitert: Damals Objektorientierung, heute funktionale Programmierung.

Scalas knackige Syntax, das leistungsfähigere Typsystem und Support für leichtgewichtiges Multihreading sind ein weiteres Plus. Allerdings ist Scala ein komplexes System, dass beherrscht werden will - genauso wie C++.

Ich bin gespannt, ob Scala auch einmal als ein Meilenstein betrachtet werden wird.

JAXenter: In Ihrer Keynote auf der diesjährigen JAX mit dem Titel "Fette Maschinen brauchen schlanke Software" entwerfen Sie eine Art Kartografie möglicher Lösungen für die Multicore-Revolution. Ohne viel vorweg zu nehmen: was darf man sich unter darunter vorstellen?

Alfert: Wenn man JEE und Verwandte in Frage stellt, dann muss man sich nach Alternativen umschauen. Man verlässt so ein Stück liebgewonnene und vertraute Heimat und muss sich in der Fremde umschauen. Meine Keynote wird in diese Fremde gehen, um aufzuzeigen, wie in anderen Umgebungen mit Parallelität umgegangen wird. Das eine oder andere lohnt sich importiert zu werden, und für einige mag es interessant sein, an eine Auswanderung zu denken.

Dr. Klaus Alfert ist Berater und Systemarchitekt bei Zühlke. Seine Arbeitsgebiete sind Software-Architekturen und Entwicklungsprozesse mit den Schwerpunkten SOA/Enterprise Systems, Produktlinien und Tool-Entwicklung.

(cf)

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