Samstag, 11. Februar 2012


Interview

Montag, 16. März 2009 | Interview

"Rails ist keine Konkurrenz zu JSF 2.0, sondern eine Ergänzung"

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/jaxenter//047839)
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Andy Bosch

Nachdem die Spezifikation für JSF 2.0 seit wenigen Wochen offener denn je ist, steht dem endgültigen Release nichts mehr im Weg. Die kommende JAX 2009 wird sich dieses Jahr gleich mit zwei Special Days dem Thema JSF annehmen, als Track Chair konnten wir diesmal Andy Bosch verpflichten, Mitglied der Expert Group des JSR-301 und Betreiber der Plattformen www.jsf-forum.de und www.jsf-portlets.net. Im Interview mit der JAXenter-Redaktion gibt Bosch einen Vorgeschmack auf den JSF Day und erläutert, was er persönlich von JSF 2.0 hält.

JAXenter: Sie sind dieses Jahr Track Chair eines unserer beiden JSF Days auf der JAX 2009. Was können die Leute von einem JSF Day erwarten?

Andy Bosch: Dass JSF kein Randthema ist, dem sich nur eine kleine Zahl von Freaks widmen, ist mittlerweile wohl jedem klar. JSF hat sich in den letzten Jahren im UI-Bereich etabliert und in vielen erfolgreichen Projekten auch behauptet. Der JSF-Day geht daher auf viele verschiedene Fragestellungen ein, die in der Praxis häufig auftreten. Es soll gezeigt werden, wie groß die JSF-Familie (also das Framework selbst sowie ergänzende Technologien) bereits ist und was sie leisten können. Es werden Strategien aufgezeigt, JSF mit anderen Technologien zu kombinieren sowie auch auf Best Practices, JSF noch effektiver zu nutzen.

JAXenter: Wie behauptet sich JSF Ihrer Meinung nach heutzutage im Spannungsfeld zwischen (J)Ruby/Rails und Groovy/Grails?

Bosch: In der Wirtschaft würde man sagen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Dies kann man durchaus auch hierauf übertragen. JSF, bzw. die JSF Expert Group muss reagieren und Antworten liefern, wie innerhalb des Standards verschiedene Probleme gelöst werden können. Und das macht sie meiner Meinung nach sehr erfolgreich. JSF 2.0 bringt viele Neuerungen mit, worauf die Community lange gewartet hat. Ich sehe Ruby/Groovy/... auch nicht unbedingt als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man das Beste aus beiden Welten kombinieren kann und eine stabile Gesamtarchitektur aufbaut.

JAXenter: Sie sehen Ruby/Groovy als Ergänzung zu JSF. Wie kann eine solche Kombination konkret funktionieren?

Bosch: Ich würde die Frage anders stellen wollen: Nämlich so, wie die vermeintliche Konkurrenz zu JSF der JSF-Entwicklung selbst doch wieder weiterhilft ;-) Ich meine, dass durch Anregungen aus anderen Sprachen durchaus auch Anregungen für JSF entstehen. Als Beispiel sei das Feature ProjectStage von JSF 2.0 genannt. Die Idee dafür stammt aus der Rails-Welt. Oder das Schlagwort der dynamischen Sprachen: "Zero deployment time".

Hier muss JSF reagieren, und hier hat meiner Meinung nach die Expert Group von JSF 2.0 auch hervorragend gearbeitet.

Auch muss eine JSF-Anwendung nicht mehr komplett in JSF realisiert sein, sondern es ist in JSF 2.0 vorgesehen, Groovy zu unterstützen. Auch in JSF-Frameworks wie z.B. JBoss Seam war es in der Vergangenheit schon möglich, Komponenten mit Groovy zu realisieren.

JAXenter: JSF 2.0 steht vor der Tür. Sind Sie als JSF-Experte mit den Neuerungen zufrieden?

Bosch: Um es ganz kurz zu beantworten: Ich bin sehr zufrieden. Die aktuelle Spezifikation, die zwar noch nicht final ist, sieht schon recht gut aus. Am liebsten hätte ich heute schon eine stabile Implementierung und könnte in meinen aktuellen Projekten damit arbeiten.

JAXenter: Können Sie uns Ihre drei Highlights nennen?

Bosch: Das ist eine schwierige Frage, da ich das Gesamtpaket JSF 2.0 extrem gut finde. Wenn ich jedoch drei Highlights nennen soll, würde ich mich für SystemEvents, Resource Handling und Ajax-Integration entscheiden. Ich habe in der Vergangenheit in meinen JSF-Projekten häufig viele Workarounds implementiert, weil die JSF-Spec selbst nicht weit genug gegangen ist. Als Beispiel sei ein ServletContextListener genannt, der beim Starten einer Webanwendung eingebunden wird und gewisse Initialisierungen vornehmen kann. Mit den neuen SystemEvents kann man hier einen JSF-Way einschlagen. Oder der gesamte Komplex von Ressourcen. Gerade bei anspruchsvolleren Projekten hat man oftmals eigene Komponenten geschrieben. Wie geht man dabei mit Ressourcen um, die man einbinden möchte (JavaScript, CSS-Dateien etc.)? Hier gibt es endlich ein geregeltes Vorgehen, was Komponentenentwicklern stark weiterhilft.

Vielen Dank für das Gespräch!

(cf)

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Kommentare

Gravatar Christian 16.03.2009
um 18:54 Uhr
Sollte wohl eher "Rails ist keine..." heißen... #zitieren
Gravatar a11158 19.03.2009
um 14:04 Uhr
Ich kann nicht verstehen, wie man immer noch mit JSF arbeiten kann und warum es jetzt auch noch eine neue Version erscheint! Mal ehrlich, JSF ist doch eigentich ein riesen Mist mit seinen Tags und der Expression-Language.

Apache Wicket (http://wicket.apache.org) ist wesentlich intuitiver und schlägt JSF bezüglich Leistungsfähigkeit und Produktivität um Längen !!! Es hat den Vorteil dass nur Java zum Einsatz kommt und dadurch besser Debugged und mit JUnit getestet werden kann und man kann die Vorteil von Java voll ausschöpfen.
#zitieren
Gravatar Christian II 19.03.2009
um 19:37 Uhr
JSF ist ein typischer Dinosaurier von Sun - Overengineering bis der Arz kommt, bunter Technologie-Mix, grundlegende Mängel (ich sage nur Beschränkung auf HTTP POST), grausam!

Wer elegant und produktiv entwickeln will, nimmt Wicket. Pures Java und pures HTML, fertig. Keine kranken XML-Konfigurationen, keine JSPs ...
#zitieren

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