Samstag, 11. Februar 2012


Interview

Montag, 29. Januar 2007 | Interview

Eclipse PluginFest Redux: Thibaut Rouffineau von Symbian im Gespräch

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/jaxenter//033971)
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Thibaut Rouffineau

Am 23. und 24. Januar hat die Eclipse Foundation gemeinsam mit Symbian das erste "Eclipse PluginFest" veranstaltet, eine Veranstaltung für Entwickler, um die Interoperabilität und die Kompatiblität Eclipse-basierter Produkte und Plug-ins zu testen. Wir sprachen nach der Konferenz mit Thibaut Rouffineau, Director of Developer Engagements and Experience bei Symbian. Er ist bei Symbian für das Tool-Anbieter-Programm und die strategischen Beziehungen mit der Eclipse-Community verantwortlich.

Das PluginFest, das am 23. und 24. Januar in London in den Büroräumen von Symbian veranstaltet worden ist, fand zum ersten Mal statt. Worum handelte es sich hierbei?
Thibaut Rouffineau:
Wie der Name bereits erahnen lässt, handelte es sich um einen öffentlichen Workshop zum Thema Interoperabilitätstest. Das Ziel war es, einen "Best of Breed"-Ansatz für eine Kette von Tools verschiedener Anbieter für die Mobile- und die Embedded-Entwicklung zu erstellen. Der Embedded- sowie der Mobile-Markt zeichnen sich durch eine Vielzahl an sehr spezialisierten Tool-Anbietern aus. Eclipse verspricht, all diese zusammenzubringen, um eine äußerst konkurrenzfähige Entwicklungsumgebung zu schaffen. Allerdings gibt es bislang nur wenig öffentliche Informationen darüber, inwieweit Eclipse in der Lage ist, dieses Versprechen einzuhalten. Das ist der Punkt, an dem die Idee mit dem öffentlichen Interoperabilitätstest ins Spiel kam. Um es zu betonen: Das PluginFest ist in seiner Ausrichtung eine absolute Neuheit.

Außerdem war es als Networking-Veranstaltung gedacht, bei dem sich die Embedded- und Mobile-Tool-Community untereinander traf (Lifecycle-Management, Codemanagement ... ) In diesem Sinne möchte ich es als erstes vertikal ausgerichtetes Eclipse-Event bezeichnen, der organisiert wurde.

Der Event beschreibt sich selbst als ein Workshop-Format, in dessen Zentrum sog. Interoperabilitätstest-Sessions unter den teilnehmenden Unternehmen standen.Was hat man darunter zu verstehen?
Rouffineau:
Die komplette Agenda kann man sich unter wiki.eclipse.org/index.php/PluginFest_2007 ansehen. Während des Events war jede der beteiligten Firma dazu aufgefordert, eine vorgegebene Reihe von sieben Interoperabilitätstests-Sessions mit einer anderen Firma durchzuführen. Der Inhalt der Sessions konnte von den Teilnehmern selbst gestaltet werden, umfasste jedoch grundsätzlich eine Demonstration, das gegenseitige Installieren von Software auf derselben Eclipse-Plattform, Interoperabilitätstests und die Diskussion strittiger Punkte, die dabei aufkamen. Zusätzlich zu den vorgegebenen Tests haben wir auch Zeit zum ungezwungenen Zusammensein eingeplant, um den Austausch zwischen wichtigen technischen Repräsentanten und den Architekten verschiedener Firmen zu fördern.

Was sind die Hauptziele des PluginFest gewesen und siehst du sie erfüllt?
Rouffineau:
Es sind hier zwei Hauptziele zu nennen: zum einen das Zusammenbringen einer Community, die aus Anwendern und Anbietern von Technologien aus dem Embedded- und Mobile-Marktes besteht, und zum anderen den Beweis anzutreten, dass die Möglichkeit besteht, eine komplette Tool-Kette aus Tools verschiedener Hersteller herzustellen, die auf der Basis von Eclipse-basierten Produkten entwickelt werden.

Das erste Ziel wurde erreicht: Insgesamt 18 Firmen und 50 Einzelpersonen haben an dem Event teilgenommen. Und auch bezüglich des zweiten Ziels, also den Ergebnissen der Tests und den sich daraus ableitenden Fortschritten, sind wir zufrieden. Informationen dazu findet man auf wiki.eclipse.org/index.php/PluginFest_2007. Dort gibt es auch viele Beispiele für erfolgreiche Interoperabilität-Sessions und Eindrücke der Lernerfahrungen der Teilnehmer.

18 Firmen und 50 Einzelpersonen, aus welchen Industriezweigen und aus welchen Ländern kamen sie?
Rouffineau:
Vor Ort waren Vertreter von ARM, Code Red, CollabNet, IBM, Klocwork, Lynuxworks, QNX, Telelogic, Macrobug, Motorola, Mentor Graphics, Nokia, Perforce, Sony Ericsson, ST Microelectronics, Symbian, SysOpenDigia und Wind River - diese Unternehmen sind ja bekannt für ihr Mobile- und Embedded Tooling. Darüber hinaus waren einige Key-Lifecycle-Anbieter.

Darüber hinaus waren auch die Projektleiter der wichtigsten Eclipse-orientieren Embedded- und Mobile-Projekte anwesend, so z.B. CDT, DSDP, Target Management, Tools for Mobile Linux und Mobile Tools for Java.

Thibault, du bist Angestellter von Symbian, in deren Räumen das PluginFest stattfand. Welche Rolle hat Symbian darüber hinaus beim PluginFest gespielt?
Rouffineau:
Symbian hat bei der Planung des PluginFest geholfen. In den vergangenen fünf Monaten haben wir mit der Eclipse Foundation zusammengearbeitet, um es auf die Beine zu stellen. Wir waren mit der Zusammenarbeit und dem Event sehr zufrieden. Das PluginFest ist das erste dieser Art. Symbian sieht den Event als Möglichkeit, uns dabei zu helfen, dass unser Ökosystem Zugang zu einer besser ausgestatteten und einer leistungsfähigeren Tool-Kette führender Anbieter erhält, damit wir die Entwicklungsproduktivität und die Innovationen steigern können.

Wie wichtig ist Eclipse für Symbian und sein Umfeld?
Rouffineau:
Symbian stellt gerade seine Entwicklung auf eine Eclipse-basierte IDE (Carbide) um. Diese ist in Zusammenarbeit mit Nokia entwickelt worden. Diese Migration wird auch von einem allmählichen Wechsel unserer internen und kommerziellen Tools hin zu Eclipse begleitet. Wir gehen davon aus, dass uns im Hinblick auf diese Änderungen der Rest des Symbian-Ökosystems im nächsten Jahr folgen wird, da alle Firmen den Reichtum und die Flexibilität des Eclipse-Frameworks und des Tool-Ökosystems, zu dem es Zugang bietet, realisieren. Symbian nutzt in erster Linie Eclipse-Tools, aber wir sehen auch eine Zukunft im Hinblick auf den Einsatz von RCP. eRCP ist zum Beispiel vielversprechend, aber im Moment noch nicht Teil unserer Planungen.

Das PluginFest adressiert allein Mobile- und Embedded-Markt - was gibt es für Pläne, einen solchen Event - z.B. woanders oder losgelöst vom Mobile- und Embedded-Markt - zu wiederholen?
Rouffineau:
Der Event zielte auf diesen Bereich ab, um sich auf eine Gruppe von Anbietern mit ähnlichen Bedürfnissen und Umgebungen zu konzentrieren. Auf der Grundlage des Feedbacks der Teilnehmer und aufgrund des Interesses der gesamten Eclipse-Community werden wir darüber nachdenken, in Zukunft einen ähnlichen Event zu veranstalten - wo genau, müssen wir noch festlegen.

Wir bedanken uns für das Gespräch.

Die Fragen stellte Eclipse Magazin-Redakteur Alexander Neumann.

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