Samstag, 11. Februar 2012 |
| |
Java 6 - Codename Mustang - ist nach über zwei Jahren Entwicklung letzte Woche final veröffentlicht worden. Aus diesem Anlass präsentieren wir Ihnen sukzessive aufeinander folgend die interessanten Meinungen unserer Java Magazin-Autoren.
Zu Anfang dieser Woche ist Andreas Holubek an der Reihe. Er ist Vice President Engineering für die arlanis Software AG. Sein besonderes Interesse gilt den verschiedenen Persistenztechniken, Java und Architekturen. Hierzu äußert er sich immer wieder schon seit vielen Jahren im Java Magazin.
Andreas, wie siehst du die neue Version von Java? Ist sie für dich mehr als nur ein Maintenance-Release zu Java 5, wie oftmals im Vorfeld geäußert wurde?
Andreas Holubek: Für mich ist die neue Java Version definitiv nicht nur Maintenance. Obwohl hier sicherlich differenziert werden muss. Betrachtet man lediglich den Sprachstandard, hat sich tatsächlich nicht viel getan. Nach den Generics in der letzten Version ist auch etwas Ruhe angebracht. Betrachtet man sich jedoch das Gesamtpaket, hat sich sehr viel getan; Web Services, Scriptsprachen, bessere Swing-Desktop-Integration, DerbyDB etc., um mal ein paar zu nennen. Das ist halt der heutige Trend, immer vollständigere Pakete, alles aus einer Hand.
Was sind denn für dich die Highlights der neuen Version?
Holubek: Das ist leicht: Web Services und Scriptsprachen. Gerade die Nutzung und Entwicklung von Web Services sind schön einfach geworden, das hat die Akzeptanz dieser Technologie bei den Anwendern deutlich erhöht. Mit den Scriptsprachen ist ein lange vermisstes Feature hinzugekommen, es lassen sich reichhaltigere Anwendungen damit entwickeln. Daneben gibt es eine Menge von Details, die zusammen ein deutliches Plus der 6er-Version sind. Ich sage da nur: Nutzung des System Tray aus Java heraus oder auch das erweiterte JDBC API.
Was gibst du den nächsten Java-Versionen mit auf den Weg?
Holubek: Nun, Java als Open Source war der erste wichtige Schritt. In den letzten Jahren wurden doch einige Wünsche und auch Fehler über Jahre nicht bearbeitet. Ich denke, dass sich das mit der 7er-Version dramatisch ändern wird. Jeder ist aufgerufen mitzumachen. Mit den kommenden Java-Versionen müssen grundlegende Probleme wie Versionierung oder die Beherrschbarkeit des Gesamt-Packages gelöst werden. Ansätze, JSRs, für Modularisierung und anderes existieren bereits. Weitere Schritte müssen im Bereich der Isolate-Technologien erfolgen:, Java VMs, die physisch getrennt, verschiedene Anwendungen in derselben VM ausführen können - für die Serverwelt der Zukunft ein muss. Mit dem Classdata-Sharing wurde ja ein Anfang bereits gemacht.
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.