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Interview

Donnerstag, 26. Januar 2006 | Interview

Imagine Cup: Internationaler Wettbewerb als Talentschmiede

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/dotnet//026513)
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Dieses Jahr findet bereits zum vierten Mal der von Microsoft veranstaltete internationale Programmierwettbewerb Imagine Cup statt. Mit dem Imagine Cup will Microsoft Studenten die Chance geben, ihre Kreativität und Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, sich über Landesgrenzen hinweg auszutauschen und internationale Netzwerke zu bilden. Noch bis 15. März haben Schüler und Studenten Zeit, sich für den deutschen Vorentscheid zu registrieren. Das dot.net magazin sprach mit dem ehemaligen Imagine-Cup-Teilnehmer und jetzigen Microsoft-Mitarbeiter Dr. Ingo Dahm über den Programmierwettbewerb.

Kurzporträt
Dr. Ingo Dahm ist in der DPE (Developer & Plattform Strategy Group) bei Microsoft als Manager des Academia-Bereiches in Deutschland zuständig und verantwortet den Imagine Cup in Deutschland.
dot.net magazin: Sie waren einst selbst Teilnehmer des Imagine Cup 2002 -- mit welcher Projektidee sind Sie damals angetreten?
Dr. Ingo Dahm: Wir haben ein Backbone für mobile Authentifizierungsverfahren entwickelt, sprich „die Unterschrift mit dem Handy“. Mein Team hat damals den deutschen Endausscheid gewonnen und eine internationale Top-10-Platzierung erreicht.


dm: Ihr Engagement und Ihre Kreativität, die sie bei dem Wettbewerb gezeigt haben, hat Ihnen den Weg für einen Berufseinstieg bei Microsoft geebnet?
ID: Auf jeden Fall. Ich habe sehr viel gelernt: Teamwork und Projektmanagement zum Beispiel, oder den Umgang mit Stresssituationen. Unsere Präsentation für das Finale in Barcelona wurde erst kurz vor der Veranstaltung fertig – beim letzten Teilprojekt wurde es zeitlich so eng, dass wir während des Fluges und in der Nacht vor unserer Präsentation im Hotel programmierten! Aus dem Wettbewerb wuchs eine langjährige Betreuung durch Microsoft -- nach meiner Promotion bekam ich dann den Job als Manager angeboten.

dm: Das ist ja auch eines der zentralen Ziele des Imagine Cups, besondere Talente ausfindig zu machen, oder?
ID: Ja, Microsoft fördert die besten Projekte und leistet auch eine Anschubfinanzierung, um die Ideen weiter zu entwickeln. Einige ehemalige Gewinner haben Ihre eigene Firma gegründet, arbeiten in namhaften Unternehmen oder bringen ihre Projekte in den Lehrbetrieb ihrer Hochschulen ein.

dm: Nun sind Sie selbst Verantwortlicher für die regionale Umsetzung des Imagine Cups in Deutschland. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
ID: Mir ist es sehr wichtig, dass die betreuenden Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter mehr mit einbezogen werden. Aus diesem Grund werden in diesem Jahr erstmals auch die Professoren, die sich als Mentoren für die Studententeams zur Verfügung stellen, mit Prämien bedacht. Sie erhalten zudem die Möglichkeit, die drei erfolgreichsten Projekte auch nach dem Wettbewerb weiter zu verfolgen.

dm: Wie lautet das Motto des diesjährigen Imagine Cup?
ID: Das Motto der Kategorie Software-Design lautet: „Stell’ dir eine Welt vor, in der uns Technologie ein gesünderes Leben ermöglicht“. Es fordert Studenten auf, Anwendungsideen zu entwickeln, die aktiv zur Verbesserung der Gesundheit auf der Erde beitragen. Dabei sollten die Studenten das Thema nicht zu eng interpretieren. Mit „gesünderem Leben“ sind nicht nur Arzt und Krankenhaus gemeint. Wir verstehen das Thema sehr viel weitläufiger und erhoffen uns beispielsweise Software-Ideen für bessere Work-Live-Balance, Zeitersparnis, Freizeitgewinn oder einen gesünderen Arbeitsplatz. Ich stellte mir dabei Anwendungen wie Diätplaner, digitale Sportmanager, Personal Trainer oder Urlaubsplaner vor.

dm: Wird von den Schülern und Studenten erwartet, dass die Projekte jetzt neu erfinden?
ID: Nein es ist keine Bedingung. Die Studenten können genauso gut auch ältere Projekte einreichen, die möglicherweise einmal für ein Universitätsprojekt entwickelt wurden, sozusagen bereits in der Schublade liegen.

dm: Bis zum 15. März haben die Schüler und Studenten Zeit, sich für die Teilnahme am deutschen Vorentscheid zu registrieren. Das könnte für einige Studenten eventuell knapp werden, wenn sie jetzt erst beginnen, Ideen zu entwickeln?
ID: Das darf nicht falsch verstanden werden. Am 15. März muss lediglich die grobe Projektskizze und etwas Quellcode geliefert werden, nicht jedoch das komplette lauffähige Programm.

dm: Als benötigte Elemente des Programms in der Kategorie Software-Design wird auf der Imagine-Cup-Homepage genannt, dass das Programm am .NET Framework 2.0 ausgelegt sein muss. Bedeutet das, dass es auf das .NET Framework 2.0 basieren muss?
ID: Nein, mit dieser technischen Voraussetzungen ist nicht „basierend auf“ gemeint, sondern lediglich, dass es die eine oder andere Komponente davon enthalten sollte.

dm: Neben der Kategorie Software-Design können Studenten in weiteren Feldern ihr Können beweisen?
ID: Ja der Technologiewettbewerb umfasst außerdem die fünf Kategorien IT, Short Film, Algorithmus, Visual Gaming und Interface-Design. Für die jeweiligen Kategorien gelten ganz individuelle Aufgabenstellungen und Teilnahmebedingungen die auf der Webseite www.imagincup.info erläutert werden.

dm: Welche Preise winken den Teilnehmern? Lohnt sich die Teilnahme?
ID: Ja es lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur, dass die Gewinner des Vorfinales zum Endausscheid nach Delhi in Indien reisen dürfen, sie erhalten zudem enorme Siegprämien von insgesamt 125.000 US-Dollar. Was neben den Geldprämien und wertvollen Sachpreisen noch viel wertvoller ist, sind die kostenlosen Existenzgründerworkshops, die für die Gewinner geboten werden. Diese dienen der erfolgreichen Weiterentwicklung der Projekte zu fundierten Geschäftsideen.

dm: Vielen Dank für das Gespräch!

(mz)

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