Donnerstag, 24. Mai 2012


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Dienstag, 27. September 2011 | Topthema

4 Tipps, wie man einen passionierten Entwickler erkennt

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/jaxenter/kolumnen/060565)
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Wer kennt sie nicht, die Situation: Du sitzt als Entwickler im Bewerbungsgespräch und versuchst, den gegenübersitzenden Personalchef oder Entwicklungsleiter von deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Vielleicht erwähnst du deine bisherigen Projekte und Arbeitgeber, führst unbedingt noch an, dass du auch in deiner Freizeit fleißig an Hobby-Projekten bastelst, und willst möglichst kompetent rüberkommen, indem du alle Fragen schnellstmöglichst beantwortest.

Dass ein solches Verhalten nicht unbedingt zielführend ist, erläutert der langjährige Recruiter Jeff alias Bare Bones Coder in seinem Blogeintrag "Identifying Passionate Developers, wo er Tipps gibt, wie sich ein wahrlich passionierter Entwickler von einem Durchschnitts-Hacker unterscheiden lässt.

Jeff geht es bei der Suche nach dem passenden Entwickler für das Team nicht unbedingt darum, welche Programmierkenntnisse der Bewerber mitbringt. Gut – ein gewisses Maß an technischen Fertigkeiten muss schon vorhanden sein, diese lassen sich aber leicht über Programmiertests abfragen. Wirklich interessant wird es für Jeff aber bei der Aufgabe, unter den Leuten, die die Technik solide beherrschen, diejenigen ausfindig zu machen, die fähig sind, Begeisterung und Inspiration in das vorhandene Team zu tragen.

Passionierte Entwickler qualifizieren sich dabei nicht durch ihre Bereitschaft, Überstunden zu schieben und womöglich noch am Wochenende an ihren eigenen Open-Source-Projekten zu tüfteln. Passion hat für Jeff auch nichts mit Extrovertiertheit und Geselligkeit zu tun. In seiner langjährigen Laufbahn als Recruiter hat Jeff vier Kriterien ausgemacht, die es ihm ermöglichen, zu unterscheiden, ob er einen wirklich passionierten Entwickler vor sich hat:

  1. Ehrlichkeit: Ein Entwickler kann der größte Grünschnabel der Welt sein. Worauf es ankommt, ist, dass er seine eigene Situation richtig einschätzt und ehrlich zugibt. Kann er seine Position auf dem Karriereweg samt der vor ihm liegenden Herausforderungen und Hindernisse richtig einschätzen? Oder versucht er nur, den Kompetenten zu spielen und mit Buzz-Words und Fachausdrücken zu beeindrucken?
    Passionate developers never shirk from who they are and definitely don’t shirk from sharing it.
  2. Standhaftigkeit: Ein passionierter Entwickler steht für das ein, an was er glaubt. Den Bewerber mit Aufgaben zu konfrontieren, die seinen Überzeugungen widersprechen, ist ein gutes Mittel, dies herauszufinden.
    If they just go along with what you say, there might be a problem. If they disagree and explain why in a cogent manner, then you might have a passionate developer sitting before you.
  3. Bedachtheit: Passionierte Entwickler denken nach, bevor sie antworten. Wenn das Gegenüber auf jede Frage wie aus der Pistole geschossen antwortet, hat man es wohl nicht mit einem Entwickler sondern eher mit einem Verkäufer zu tun.
    If they’re not thinking about their answers, if only for a little bit, then you don’t have a passionate developer, you have a salesman.
  4. Augenkontakt: Passionierte Entwickler scheuen nicht den Augenkontakt, sondern halten ihn, zumindest solange, bis sie die Richtung der Unterhaltung verstanden haben.
    The passionate developers I’ve had the honor of working with do catch your eye at least just enough so they know where they’re going with you and the discussion. And when they do catch your eye, you can see them thinking, whether its about what they’re telling you or what you’re telling them.

Vier Tipps, die sich bei der Suche nach seinem "nächsten Traumjob" vielleicht als nützlich erweisen könnten. Offen bleibt allerdings die Frage, wie man als Bewerber erkennen kann, ob man gerade einen passionierten Recruiter vor sich hat…

(hs)

Kommentare

Gravatar lion 27.09.2011
um 13:54 Uhr
"Offen bleibt allerdings die Frage, wie man als Bewerber erkennen kann, ob man gerade einen passionierten Recruiter vor sich hat…"

Ach, das ist einfach (gilt natürlich nur für die Java-Welt): Man muss lediglich versuchen herauszufinden, ob er den Unterschied zwischen Java und Java Enterprise kennt. Da trennt sich rasch die Spreu vom Weizen ;-)
#zitieren
Gravatar Joshi 27.09.2011
um 14:00 Uhr
Passion ist ja schön und gut. Die Frage, die man sich gegenseitig zu stellen hat ist aber wohl eher: "Kann er/sie auch was?" #zitieren
Gravatar stone 27.09.2011
um 15:54 Uhr
Lieber baue ich mein Haus von einem professionellen Handwerker als begeistertem Heimwerker. #zitieren
Gravatar Perfetti 28.09.2011
um 12:36 Uhr
@lion

Der Unterschied zwischen Java SE und Java EE musste ich vor drei Jahren auch meinem IT-Chef erklären. Wahrscheinlich wäre schon heute wieder eine "Nachschulung" notwendig. ;-)
#zitieren
Gravatar raksch 28.09.2011
um 12:53 Uhr

stone:
Lieber baue ich mein Haus von einem professionellen Handwerker als begeistertem Heimwerker.


wie wahr :-)
#zitieren
Gravatar Michi 28.09.2011
um 15:39 Uhr
Der Unterschied zwischen SE und EE ... hmm ... also da kann man durchaus durch einander kommen, wenn man nicht in der Materie steckt, denn die Bezeichnungen sind im Prinzip mit ihrer Bedeutung (Aussage) für einen Laien deckungsgleich. Interessanterweise nicht von den Inhalten her, sondern von dem was man wahrnimmt.
Kurzrum: "Standard Edition" und "Enterprise Edition", was kuckt man sich als "Unternehmer" näher an? Dann schlägt man bei EE nach und liest haufenweise "Standard hier und Standard da". Mit Beachterung der 80/20 Regel kann man sicher nachvollziehen, dass in unserem großen assoziativ Speicher (Gehirn) sich das Wort "Standard" erstmal fest setzt. Ja, das ist nicht verwunderlich bei Laien und da diese Laien sich nicht tiefgründig mit der Thematik befassen können oder wollen bleibt es dann auch bei dieser Information. Tja ... blöd, aber dafür gibt es ja dann Fachkräfte.

Also: Bitte haltet es euren Chefs/Kollegen/Praktikanten/Ehefrauen (?) nicht vor, wenn diese/r vermutet, dass SE und EE das gleiche ist. :-P

PS: Wer nun denkt: "Boah, dass ist doch Taschentrickpsychologie!" der hat Recht, wer denkt: "Das kann ich nachvollziehen." hat ebenso Recht.
#zitieren
Gravatar lion 28.09.2011
um 23:17 Uhr
@Michi
Bitte nicht missverstehen! Es geht nicht darum, dass jemand die Technologien nicht richtig den Editionen zuordnen kann, sondern dass manche Rekruter/Chefs/Projektleiter/etc. einfach null Ahnung haben, dass ein gewöhnlicher Java-Programmierer nicht mit einem Java EE-Spezialisten vergleichbar ist. Da bekommst du dann für dein Projekt jemanden zugeteilt, der null Ahnung von Java EE hat und im Team mitprogrammieren soll -Begründung: "Aber der kann doch eh Java" ;-)
#zitieren
Gravatar Perfetti 29.09.2011
um 09:41 Uhr
@Michi
@lion

Null Ahnung - genau das ist das Problem!

Ein Kollege (blutiger Java-Anfänger ohne OO-Kenntnisse) darf jetzt zwei Kurse besuchen: Java Grundlagen & Java Erweiterung I. Und dann wird im Hause tatsächlich erwartete, dass er JSP-Anwendungen pflegen und neue JSP-Anwendungen zusammenbasteln kann. Unglaublich ...
#zitieren
Gravatar Ingo 29.09.2011
um 09:46 Uhr
Sorry Leute für diesen Offttopic-Kommentar, aber ich könnt mich grad aufregen, dass ich diesen Artikel nicht mehr drucken und als PDF abspeichern Kann. Was bitte soll dieser Twitter/Facebook Teilen/Sharen Mist??? Wenn von meinen Freunden interessiert es, ob ich diesen Artikel gut finde? Hallo, Facebook z.B. ist für meine Freunde da, wieviel davon sind wohl Programmierer?
Also bitte bitte die grundlegenden Dinge wie Drucken/Speichern nicht wegnehmen, das geht garnicht!
Danke und Sorry für den offtopic...
Ingo
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Gravatar Passionierter C#-Entwickler 18.10.2011
um 20:27 Uhr
C# ist besser als Java. #zitieren
Gravatar ts 02.11.2011
um 13:25 Uhr
Der Unterschied zwischen EE und SE in den Qualifikationen soll man nicht überbewerten. Ein guter Entwickler (ohne "Java") wird auch in "plain" Java gut entwickeln können, wird auch in mit JEE gut entwickeln können, oder welche Sprache oder Technologie dann auch notwendig ist. Und darüber spricht auch der Artikel, darum sucht der Typ passionierte Entwickler (dass sind eben die "guten"). Der Aufwand, den man in das Erlernen der Sprache oder Technologie stecken muss, ist im Vergleich zur Gesamtnutzen zu vernachlässigen. Diejenigen, die eine Technologie nachweisbar kennen, werden halt schneller produktiv, sonst nichts. Und auf Dauer überholt sie der "gute" dann trotzdem, wenn er das Potential hat - und wieder, darum sucht der Typ die "guten". #zitieren
Gravatar Der Frager 17.12.2011
um 20:09 Uhr
Re:
Lieber baue ich mein Haus von einem professionellen Handwerker als begeistertem Heimwerker.
@stone:
Kurze Frage: Bei wem war die Qualität besser?
#zitieren

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