Sonntag, 12. Februar 2012


Kolumne

Montag, 19. April 2010 | Kolumne

XML-Report: Das Maß aller Dinge

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/entwicklerde/kolumnen/055033)
  • Teilen
  • kommentieren
  • empfehlen
  • Bookmark and Share

Daniel Koch

Microsoft sieht sich schon wieder herber Kritik ausgesetzt. Dieses Mal geht es um das Dokumentenformat OOXML, das bekanntermaßen nicht überall auf Gegenliebe stößt. Die Kritiker stört vor allem die mangelnde Umsetzung der seitens der ISO gestellten Forderungen an die Pflege des Standards. In einem Blog-Eintrag wehrt sich Microsoft nun gegen die Vorwürfe. Wie diese Verteidigungsstrategie aussieht, können Sie in diesem XML-Report lesen. Auch ich bin übrigens immer wieder Opfer massiver Vorwürfe aufgrund meiner handwerklichen Fähigkeiten gewesen. Denn permanent unterliefen mir in den vergangenen Monaten/Jahren teilweise schon grotesk anmutende  Fehler bei der Heimwerkerei.  Als Hauptproblem kristallisierte sich dabei mehr und mehr meine offensichtliche Unfähigkeit heraus, vernünftig messen zu können. Immer wieder nahm ich Maß, zeichnete Markierungen, kontrollierte die Abmessungen noch mal und bohrte los. Und fast jedes Mal stimmten die Bohrungen im Endeffekt nicht ansatzweise mit dem Wunschergebnis überein. Und nun endlich, nach Jahren größter Bohrschande, habe ich den Grund für meine zahllosen handwerklichen Fehlleistungen ausgemacht: Mein Zollstock hat auf Vorder- und Rückseite verschiedene Maßeinteilungen. Während die eine Seite mit metrischer Einteilung daherkommt, wird auf der Rückseite Zoll verwendet. Und genau hier lag mein Problem. Denn rückblickend lässt sich messerscharf rekonstruieren, warum fast alles schiefgelaufen ist, was ich messtechnisch in den Hände nahm: Offensichtlich habe ich beispielsweise ein Regal in Zoll gemessen und dann das Zentimetermaß als Markierung an die Wand gepinselt. Ich hoffe nun jedenfalls, dass die Fehlmessungen – getreu dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – der Vergangenheit angehören.

Microsoft reagiert auf anhaltende Kritik

In der Vergangenheit wurde immer wieder Kritik an Microsoft hinsichtlich OOXML laut. Vor allem die fehlende Umsetzung der von der ISO verlangten Korrekturen standen dabei im Fokus. Die mangelnde Fehlerbeseitigung, so heißt es bereits seitens der ISO, kann dazu führen, dass OOXML doch kein ISO-Standard wird. Nach wochenlanger Kritik reagiert Microsoft nun endlich auf die Vorwürfe. So beschreibt der Office-Interoperabilität-Teamchef Doug Mahugh in einem Blog-Eintrag die hinsichtlich der ISO-Korrekturwünsche gemachten Fortschritte. Laut Mahugh wurden von den 348 Fehlern/Mängeln bislang 242 abschließend behandelt. Für 36 weitere Fehler gibt es bereits Korrekturvorschläge, während über 70 andere noch diskutiert werden müsse. Den vollständigen Blog-Eintrag finden Sie unter http://blogs.msdn.com/dmahugh/.

The Capture API

Eine Aktualisierung des ersten öffentlichen Arbeitsentwurfs zu The Capture API hat die Device APIs and Policy Working Group veröffentlicht. Dieses API soll Webapplikationen den direkten Zugriff auf Webcams und Mikrofone ermöglichen, ohne dass dafür Plug-ins benötigt werden. Zudem sieht das API Regelungen für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer vor, um so beispielsweise den missbräuchlichen Zugriff auf die Webcam eines Notebooks zu verhindern. Dass sich die Industrie stark für dieses Thema interessiert, wird deutlich, wenn man sieht, dass an der Entwicklung von The Capture API neben dem W3C auch Intel, Nokia und die Deutsche Telekom beteiligt sind.

i 7.1 mit verbessertem XML-Support

Das Betriebssystem-Release i 7.1 von IBM wird ab dem 23. April erhältlich sein. Vor allem auch hinsichtlich XML gibt es Neuigkeiten. Für die Datenbank DB2 wurde ein verbesserter XML-Support integriert. Dadurch werden die bisherigen XML-Extender-Produkte nicht mehr benötigt. Denn DB2 kann nun nicht nur mit den normalen Befehlen XML-Daten verarbeiten, ebenso können aus herkömmlichen Daten XML-Dokumente erzeugt werden. Auch ist es möglich, XML-Dokumente in eine relationale Spaltendarstellung zu zerlegen. Für die Suche in XML-Dokumenten wird von den SQL-Statements automatisch der Omnifind Text Search Server genutzt. i 7.1 bringt neben den beschriebenen XML-Aspekten auch noch zahlreiche andere Neuerungen mit. So ist ab sofort beispielsweise die Community Edition des Zend Server vorinstalliert. Ausführliche Informationen zum neuen Betriebssystem-Release finden Sie unter http://www-05.ibm.com/de/events/power7/.

Onlinekurs beim W3C

Am 10. Mai beginnt beim W3C das Onlinetraining Introduction to W3C's Mobile Web Best Practices. Dabei handelt es sich um eine aktualisierte Version des Kurses, der im vergangenen Jahr bereits drei Mal erfolgreich durchgeführt wurde. Introduction to W3C's Mobile Web Best Practices soll Entwicklern und Designern, die mit den Anforderungen der „Desktop-Welt“ vertraut sind, zeigen, wie sie Inhalte optimal für mobile Geräte ausliefern können. Der Kurs wird insgesamt acht Wochen dauern, wobei man pro Woche ca. zwei bis drei Stunden Zeit investieren muss. Nach erfolgreicher Teilnahme winkt ein entsprechendes Zertifikat. Informationen zum Kurs und den Link zur Anmeldung finden Sie unter http://www.w3.org/2009/03/mobitrain_course_description.html.

Green Software IT-gestütztes Nachhaltigkeitsmanagement

Das 25. AIK-Symposium Green Software – IT-gestütztes Nachhaltigkeitsmanagement findet am 30. April ab 14.00 Uhr im Renaissance Karlsruhe Hotel, Mendelssohnplatz, Karlsruhe statt. Dort diskutieren Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Potenziale IT-gestützten Nachhaltigkeitsmanagements. Im Vordergrund stehen dabei Themen wie Nachhaltigkeit, Green IT und Dienste für die Umweltvorsorge. Weiterführende Informationen über die Veranstaltung finden Sie auf der AIK-Symposium-Webseite, über die man sich auch direkt anmelden kann.

XML-Tool der Woche

Die Zeit ist mal wieder reif, um im Rahmen des XML-Reports einen XML-Editor vorzustellen. Die Wahl fiel in dieser Woche auf XMLmind XML Editor. Den Editor gibt es in einer Personal und in einer Professional Edition. Zum Testen des Funktionsumfangs genügt die Personal Edition. Wer sich dann für den Editor entscheidet, um ihn in kommerziellen Projekten einsetzen zu können, muss auf die Professional Edition umsteigen. XMLmind XML Editor ist in Java geschrieben. Die Programmoberfläche erinnert durchaus an herkömmliche Textverarbeitungsprogramme. Das Haupteinsatzgebiet  des Editors liegt im Bereich der Arbeit mit DTDs und DocBook. Darüber hinaus werden aber auch all die Dinge unterstützt, die man von einem vollwertigen XML-Editor erwarten darf. Dazu gehören XPath, XSLT, XML Schema und XML Namespaces. XMLmind XML Editor kann von der Seite http://www.xmlmind.com/xmleditor/persoedition.html kostenlos heruntergeladen werden.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.

Kommentare

Folgende Links könnten Sie auch interessieren

  • Probleme mit der asynchronen Verarbeitung verhindern  [10.01.2007]
    [http://entwickler-magazin.de/entwicklerde/artikel/Probleme-mit-der-asynchronen-Verarbeitung-verhindern-1173.html]
  • Tool-Radar  [08.06.2006]
    [http://entwickler-magazin.de/entwicklerde/artikel/Tool-Radar-0854.html]
  • Einchecken  [05.10.2006]
    [http://entwickler-magazin.de/entwicklerde/artikel/Einchecken-1101.html]
  • Ruby and Rails  [03.08.2006]
    [http://entwickler-magazin.de/entwicklerde/artikel/Ruby-and-Rails-1068.html]
  • Jedes Spiel hat seine Regeln  [27.07.2009]
    [http://entwickler-magazin.de/entwicklerde/artikel/Jedes-Spiel-hat-seine-Regeln-2462.html]