JAXenter: Die PHP Development Tools (PDT) gehören laut Downloadstatistiken zu den populärsten Eclipse-Projekten. Wo liegt der Hauptfokus des Projekts?
Roy Ganor: Die Eclipse PHP Development Tools sind ein Eclipse-Projekt, das unter dem "Tools"-Top-Level-Projekt angesiedelt ist. Als solches stellt es eine Reihe von Werkzeugen bereit, die die Eclipse-Plattform in eine Entwicklungsumgebung für PHP verwandeln. Der Fokus des Projekts liegt darauf, grundlegende Funktionalitäten wie Projektmanagement, Quellcodeeditierung, Debugging und Codenavigation zur Verfügung zu stellen.
Ich denke, PDT wurde durch zwei Faktoren populär: Zum einen hat sich PHP zur bevorzugten Plattform für das Programmieren von Webapplikationen entwickelt. Zum zweiten sind immer mehr Unternehmen von den Vorteilen von Open-Source-Software überzeugt. PDT kann Unternehmen auch als Plattform dienen, um ihre eigenen PHP-spezifischen Entwicklungsumgebungen zu entwerfen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Zend Framework und Zend Studio. Ich hoffe, dass zukünftig immer mehr Unternehmen PDT auch auf diese Weise nutzen und ausbauen werden.
JAXenter: Was hat sich in der Helios-Version 2.2.0 von PDT getan?
Roy Ganor: Erwähnenswert sind hier vor allem die neuen Features im Bereich Debugging und Quellcodeeditierung. Zum Beispiel haben wir in diesem Jahr die Eclipse-Farbhervorhebungen von Quellcode übernommen und noch zusätzliche Regeln zur Farbgebung eingeführt, um einen noch reichhaltigeren PHP-Editor zur Verfügung zu stellen, mit Features wie "Inspect" während des Debuggings, Drag and Drop im Editor, umfangreiche Hover-Informationskästen und noch viele Features mehr, die wir noch nicht umgesetzt hatten. Zudem haben wir die PDT-Community dazu aufgerufen, selbst ihr Feedback abzugeben, wie Qualität und Stabilität des Produkts noch verbessert werden könnten. Mehr als 400 dieser Wünsche haben wir bereits umgesetzt und die Aufgaben für das nächste Jahr priorisiert.
Zusätzlich hat das PDT-Projekt von den Verbesserungen der Eclipse-Plattform und anderer Eclipse-Projekte profitiert. Zum Beispiel sehen wir einen großen Wert im neuen GIT-Plug-in, im Windows-7-Support und in der Einbindung in den Eclipse Marketplace, die die Vorteile des Eclipse-Ökosystems gegenüber anderen Plattformen weiter verstärken.
JAXenter: Wie hat sich seit Galileo die Integration und die Koordination mit anderen Eclipse-Projekten wie dem Dynamic Language Toolkit (DLTK) und der Web Tools Platform (WTP) entwickelt?
Roy Ganor: In diesem Jahr gestaltete sich die Integration in andere Projekte wie DLTK und WTP noch intensiver als im Vorjahr. Die großartige Abstraktion, die das DLTK-Team für dynamische Sprachen realisiert hat, machte die PDT-Integration sogar noch einfacher. Dieses Projekt ist sehr aktiv, sodass wir auch die neuen Verbesserungen der H2-basierten Indexierung, die wir für PDT entwickelt haben, zurückgeben konnten.
Das WTP-Team war ebenfalls sehr fleißig und machte signifikante Verbesserungen bei den Web Development Tools. Wir haben hier Features wie JavaScript/HTML- und CSS-Editierung aufgenommen. Insgesamt hat sich die Kommunikation zwischen den Teams in diesem Jahr im Vergleich zu Galileo weiter verbessert. Wir haben uns früher über Probleme unterhalten und dafür verschiedene Kanäle wie Mailing Listen, Foren und Twitter genutzt.



