Und vieles mehr …
Bilder und anderweitige Dateien werden im Filemanager verwaltet und angelegt. Die Verwaltung befindet sich ebenso wie die Ressourcen in der linken Spalte des Backends. Upload und Bearbeitung erfolgen beide über das Kontextmenü – das ist zwar leicht gewöhnungsbedürftig, aber andererseits einfach zu handhaben. Bei Revolution fehlt mir dazu nur noch der in Evolution eingesetzte Bildeditor, ein kleines Tool, mit dem Bilder über die Weboberfläche bearbeitet werden können.
Bei all diesen Punkten, ist es bei genauerer Beobachtung sehr erfreulich zu sehen, dass die Entwickler bereits ein paar Schritte voraus gedacht haben und man darf sich schon auf die nächsten Versionen freuen. Ich könnte hier noch weiter ausholen, z.B. bin ich in der MODx-Dokumentation auf eine Beschreibung gestoßen, wie man mit SVN die in der Datenbank gespeicherten Snippets, Plug-ins o.ä. verwalten kann, aber das würde den Rahmen des Artikels jetzt doch etwas sprengen …
Add-Ons
Wie jedes andere Open-Source-System lebt auch MODx von den Erweiterungen, die durch die Community, aber auch vom Core-Team, beigesteuert werden, erst so richtig auf.
Wie schon zuvor beschrieben, geht ohne die Add-Ons erstmal gar nichts. Bei einem Release Candidate oder einem stable Release werden die Standard-Add-Ons inklusive einer Demosite gleich mitgeliefert und installiert, gerade beim Erlernen eines neuen Systems ist dies sehr hilfreich. Die manuelle Installation erfolgt im Package Manager, hier kann auch geprüft werden, ob eine neue Version eines Add-Ons verfügbar ist. Verwaltet oder bearbeitet werden installierten Erweiterungen aber über das Tag Elemente in der linken Spaltenansicht.
Ein paar "must have" Add-Ons
- Wayfinder (Snippet): Generiert jegliche Varianten von Menülisten
- Ditto (Snippet): Verarbeitet Dokumente und Links, begonnen bei der Daten-Filterung, über verschiedene Ansichten Detail-, Listenansichten oder unterschiedliche Datenformate wie HTML, XML, RSS, JSON. Egal wie Ihre Vorstellungen aussehen, Ditto wird sie nicht enttäuschen.
- Eform (Snippet): Verarbeitet Formulare, prüft die Formulareingaben und lässt eigene Prozesse einbinden.
- Phx/IF (Plugin): Verarbeitet verschachtelte Platzhalter (zb. IF-Schleifen, String-Modifikationen) innerhalb von Templates und Chunks.
- RTE (Plugin): Bindet einen Richtexteditor im Backend bei der Dokumentenformularmaske ein. Doc Manager (Komponenten / Module): Ermöglicht Massenoperationen in Dokumenten
MODx hat eine sehr aktive Community (mehr dazu etwas später im Text) und diese hat aktuell ca. 650 Add-Ons, vornehmlich noch für die Evolution-Version, entwickelt. Der Großteil ist leider nicht mit Revolution kompatibel und wird daher weiterentwickelt werden müssen, was ich persönlich gar nicht schlecht finde, denn dann kann ein natürlicher Reinigungsprozess stattfinden. Im Laufe der Jahre haben sich nämlich einige Skripte angesammelt, die es nicht über eine Alpha- oder Betaversion hinaus geschafft haben.
Im Prinzip findet sich für (fast) jede Anforderung ein Add-On. Wobei es auch ein paar Defizite gibt. Zum Beispiel sind einige kleinere Newsletter-Module verfügbar, aber ein wirklich ausgereiftes, mächtiges und stetig weiterentwickeltes Mailing-Tool ist nicht dabei. Ähnlich ist es auch bei Shoplösungen und Foren, wobei es hier aber Schnittstellen zu fremden System gibt. Generell stellt sich bei solchen Modulen bzw. Features ohnehin die Frage, ob für eine professionelle Shoplösung, nicht entsprechende Applikationen wie Magento die bessere Alternative wären.
Die Entwicklung und Einbindung von Add-Ons ist sehr einfach. Bei Templates und Chunks genügt HTML-/CSS-/JavaScript-Know-how und bei Snippets, Plug-ins oder Komponenten ist ein wenig PHP-/MySQL-Know-how erforderlich. Im Allgemeinen kann das System so für jedes denkbare Feature erweitert werden, weil mit der Architektur und dem API alle MODx-Objekte und Datenbankzugriffe zur Verfügung stehen.
Dokumentation
Jetzt wird es heikel, aber wahrscheinlich auch nicht viel heikler, als bei anderen Systemen auch. Beginnen wir beim Positiven – es gibt eigentlich für alle wichtigen Funktionen eine Dokumentation, sei es das MODx-API, Add-Ons, etc. Allerdings könnten diese durchaus ausführlicher sein und es ist bislang recht unstrukturiert, so gibt es eine eigene komplette Microseite, andere Dokumentationen befinden sich im Wiki, direkt im Installer-Paket oder auf dem Portal MODxcms.com, z.B. im Forum.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass es erst schwierig wird, wenn man zum ersten Mal wirklich komplexe und knifflige Anforderungen umsetzen muss. Dann wird es mehr zu einem "Try & Error" Thema, aber in den Foren findet man schnell Hilfe oder Unterstützung.
Ausgehend von Revolution kehrt aber auch hier Ordnung im Hause MODx ein. Dafür wurde eigens das Enterprise-Wiki Confluence für die eigene API-Dokumentation eingesetzt, das jetzt langsam aber sicher mit Inhalten befüllt wird. Vorbildhaft wird auch die Dokumentation für Evolution migriert – denn Dokumentation muss sein. Sie zu schreiben ist wahrscheinlich so beliebt wie ein Fahrrad ohne Sitz, aber um die Lernkurve des Systems für potenzielle neue Anwender zu senken und diese entsprechend zu motivieren, ist dokumentieren einfach unerlässlich.



