Sonntag, 12. Februar 2012 |
Jerry Keesee, Director of Informix Database Development, leitet die Informix Datenbank Portfolio Softwareentwicklung. Er ist seit 2001 an Bord von IBM und leitet seitdem sein Team durch zahlreiche Releases von IBM Informix Dynamic Server sowie weitere Produkte. Er war maßgeblich daran beteiligt, Informix in die IBM Software Group zu integrieren. Bevor Jerry zu IBM ging, verbrachte er acht Jahre bei Informix als Vice President, Database Development.
Fünf Jahre nach der Akquise von Informix ist es ein wenig ruhig geworden...
Jerry Keesee: Obwohl es am Anfang vielleicht ein paar Rückschläge gegeben hat, glaube ich, man kann guten Gewissens sagen, dass das Geschäft mit Informix heute vollständig in IBM integriert ist und es innerhalb der gesamten Organisation als strategisch wichtiger Datenserver im Informationsmanagement-Portfolios anerkannt ist. Tatsächlich sind wir ein wachsendes Geschäft für IBM. Während der vergangenen zwei aufeinanderfolgenden Quartale hat das Geschäft mit Informix weltweit ein doppeltes Wachstum im Hinblick auf die Lizenz erlebt. Wir haben auch die volle Unterstützung des Managements, mit der Entwicklung und der Unterstützung für das Produkt bis weit in die Zukunft weiterzumachen.
Der IBM Informix Dynamic Server (IDS) ist ein strategischer Datenserver innerhalb des IBM-Informationsmanagements-Software-Portfolios, der eine auffallende Online Transaktions Processing-(OLTP)-Performanz zur Verfügung stellt, eine legendäre Zuverlässigkeit und eine einfache Administration für Geschäfte aller möglichen Dimensionen. IDS 10 bietet gegenüber früheren Versionen signifikante Verbesserungen in den Bereichen Performanz, Verfügbarkeit, Sicherheit und Handhabbarkeit, einschließlich Patent-abhängiger Technologie, welche die Downtime nahezu ausschaltet und viele der Aufgaben, die mit dem Einsatz missionskritischer Enterprise-Systeme assoziiert werden, automatisiert.
Für IBM ist IDS ein wachsendes Geschäft. Acht von zehn Einzelhändlern in den USA nutzen IDS in missionskritischen Anwendungen, und so halten es auch die größten Telekommunikationsunternehmen, Banken und die Regierungen überall auf der Welt.
Diese Organisationen verlassen sich seit vielen Jahren auf IDS und sind weiterhin überzeugt davon, dass die Plattform sich weiterentwickelt.
Wer nutzt Informix? Welche Arten von Unternehmen und Leuten?
Keesee: Informix Dynamic Server (IDS) ist ein Datenserver für die Bereich Einzelhandel, Telekommunikation, Bankenwesen, Gesundheitswesen, Elektronik und Regierung. Aufgrund der Skalierbarkeit und der einfachen Administration des Produkts wird IDS in Firmen aller Größen eingesetzt, angefangen bei den lokalen Einzelhändlern, die möglicherweise nicht einmal bemerken, dass die Maschine im Inventar ihres Managementsystems eingebettet ist, bis hin zu großen, multifunktionalen Banken, die das Produkt in ATMs, Zweigstellen und überall in ihrem Unternehmen benutzen. IDS genießt das Vertrauen von acht der zehn Top-Einzelhändler in den USA in missionskritischen Online-Transaktions-Processing-(OLAP-)Anwendungen. In Deutschland wird Informix speziell von Kunden im öffentlichen Bereich und in der Telekommunikationsindustrie verwendet. Aber es gibt auch viele Beispiele für die Verwendung in anderen Bereichen, wie z.B. ProSiebenSat 1 im Mediengeschäft, die IMPIRE AG für nahezu Echtzeit-Sportstatistiken, die Eterna Mode AG im Bekleidungs- und Einzelhandelbereich, die retarus GmbH, die eine IDS-basierte SOA-Lösung anbietet, die Bayerwald – Fenster Haustüren GmbH & Co. KG und auch die ADG-Apotheken-Software, die eine IDS-basierte Barzahlungsregistrieranwendung für mehr als 2.700 Apotheken entwickelt hat.
Haben Sie neue Firmen erworben?
Keesee: IBM hat auch künftig vor, strategisch interessante Unternehmen zu akquirieren, um die existierenden Produkte zu ergänzen und End-to-End-Lösungen für die Kunden zur Verfügung zu stellen.
Was halten Sie für das Besondere an Informix?
Keesee: IDS ist aus drei Gründen so einzigartig:
Was ist mit der Trennung zwischen Informix und DB2?
Keesee: Das Portfolio der IBM Informationsmanagement-Dataserver besteht aus vielen Produkten, inklusive DB2, IDS, U2, IMS, Cloudscape und anderen. Jedes dieser Produkte bedient seinen eigenen Markt – mit einigen Überschneidungen in bestimmten Bereichen. IDS ist der optimale Datenserver für Deployments für Firmen im Bereich OLTP. Er ist ideal für Transaktions Deployments im großen Stil, aber auch für eingebettete Lösungen.
Konnten Sie eine Migration von Informix zu DB2 verzeichnen?
Keesee: Es gibt im Augenblick keine Bestrebungen, Informix-Kunden nach DB2 zu migrieren. Die Informix-Plattform hat eine sehr gut definierte Entwicklungs-Roadmap und Unterstützungspläne, die in die Zukunft reichen. Wir sind überzeugt, dass wir sowohl das Geschäft mit DB2 als auch das mit dem IDS-Datenserver steigern können, indem wir die Vorteile der IBM-Datenserver, wie beispielsweise pureXML von DB2 9s, und die „Deep Compression“-Lageroptimierung sowie die niedrigsten Kosten für die Administration für integrierte OLTP-Datenbanken von IDS 10 (zum Beispiel in Zweigstellen, Läden, in der Telekommunikationsinfrastruktur, in Fußballstadien) entsprechend nutzen.
Warum bieten Sie drei verschiedene Datenbanksysteme an?
Keesee: IBM fährt eine Multi-Datenserver-Strategie, die viele Produkte mit einschließt. Da, wo die Konkurrenz ein auf alles passendes Angebot hat, bietet IBM die beste Lösung für verschiedene geschäftliche Herausforderungen. Man sollte von den Kunden nicht erwarten, dass sie ihre Daten konsolidieren, damit sie strategische Geschäftsentscheidungen treffen können.
IBM promotet die 4GL-Sprache EGL – können Sie hierzu etwas sagen? Was ist die strategische Natur von EGL innerhalb von IBM?
Keesee: Danny Sabbah, der General Manger von Rational, sieht EGL als IBMs strategische Business-Sprache bzw. Business Toolkit auf sehr hohem Level. Wir führen nicht nur Kunden unserer eigenen früheren 4GLs (VisualAge Generator, Informix 4GL) auf EGL zusammen, sondern wir gewinnen auch neue Kunden hinzu. Wir haben Allianzen mit den Verkäufern von vier strategischen Migrationstools und einigen Consulting-Partner geschlossen, um diese konkurrierenden Migrationen durchführen zu können. EGL ist die einzige Sprache, von der wir wissen, dass sie SOA-Konstrukte in die Sprache aufnehmen kann. EGL hat einen Service-Teil, der sowohl als Web Service als auch als privater EGL-Service deployt werden kann. Das macht EGL zur besten Möglichkeit für Business-Entwickler, SOA-Applikationen zu bauen. Integration mit Portal Server, Process Server und der Rich Client Platform sind die Ziele für weitere Releases von EGL. Die anstehenden Releases von EGL werden sich auch auf darauf konzentrieren, die Verbesserung der Produktivität für unsere Kunden zu erhöhen.
Wie sehen Sie die Zukunft von Informix – beispielsweise in fünf Jahren?
Keesee: Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft von Informix. Heute sind die Investitionen von IBM in die Entwicklung von IDS größer als je zuvor. Zukünftige Versionen von IDS werden seine Position als optimaler Datenserver für OLTP Business Deployments weiter festigen. Im Augenblick arbeiten wir am nächsten Release, Cheetah, bei dem wir auf unsere Stärke aufbauen werden. Wir haben einen „Outside-In“ Designansatz im Hinblick auf neue Features angewandt, bei dem wir uns jeden wichtigen Schritt von unseren Kunden und Partnern bestätigen lassen. Die Ergebnisse werden mehr als deutlich sein. Cheetah wird die schnellste, flexibelste und am einfachsten zu handhabende Version sein, die es von IDS je gegeben hat. In den kommenden Monaten werden wir mehr Informationen bezüglich unserer Pläne mit Cheetah herausgeben.
Vielen Dank für das Interview!