Sonntag, 12. Februar 2012


Interview

Dienstag, 29. November 2005 | Interview

Interview mit Kevin Parker, ALF Project Evangelist

(Link zum Artikel: http://www.entwickler-magazin.de/php/kolumnen/029932)
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Kevin Parker kennt die Branche seit über 25 Jahren, neun davon hat er bei Serena verbracht. In seiner neuen Funktion als ALF Project Evangelist fördert er die Zusammenarbeit des Eclipse Application Lifecycle Framework mit Anbietern und Anwendern. Während der vergangenen neun Jahre hat er Serenas Zukunftspläne gestaltet und umgesetzt. Er verfügt über umfassendes Fachwissen in den Bereichen Entwicklung, Beratung und Management und ist ein gefragter Referent im In- und Ausland. Kevin Parkers Präsentationen sind beliebt; er war als Hauptredner bei über 25 Konferenzen und Seminaren von Buenos Aires bis Boston und von Houston bis Helsinki zugegen.

Herr Parker, auf welchem Stand befindet sich das ALF-Projekt gerade?
Kevin Parker:
Der aktuelle Stand der Dinge ist der, dass wir höchst aktiv sind. Um die Anforderungen abzuschließen, haben wir ein tatkräftiges Team, das die detaillierte Architekturspezifikation entwickelt und ein zweites Team, das sich um die Kunden – sowohl Anwender als auch Händler – kümmert. Darüber hinaus arbeitet seit kurzem die so genannte Proof of Concept Group daran, bis Anfang nächsten Jahres einen funktionierenden Prototyp herzustellen. Der erste Release Candidate soll im Herbst 2006 verfügbar sein.

Was sind die Ziele des ALF?
Parker:
Zwei Anbieter für die Integration ihrer Produkte zu gewinnen, ist fast unmöglich, weil es kaum machbar ist, die Integration auf dem neuesten Stand zu halten. Der Nutzer zieht letztlich den kürzeren. Das Projekt zielt darauf ab, das derzeitige Modell vieler einzelner Point-to-Point-Integrationen durch ein Hub-and-Spoke-Modell zu ersetzen. Diese wäre nicht nur besser skalierbar, sondern würde dazu beitragen, dass Anbieter und letztendlich auch Anwender Zeit, Geld und Aufwand sparen. Anbieter müssen jetzt nur noch eine Integration in das Framework, also ALF, vornehmen. Das heißt, dass die Integrationen gründlicher und zuverlässiger werden können. Den Anwendern bietet das Projekt erstmals die Möglichkeit zu bestimmen, welche Tools sie wie integrieren möchten. Sie können sich ganz frei für die besten Tools entscheiden und sind nicht auf die Auswahl eines bestimmten Anbieters angewiesen.

Was können Sie über die Funktionsweise sagen?
Parker:
Die Architektur basiert auf einem SOA-Ansatz. Wir nutzen das Eclipse-Framework als Basisnetz, um bestehende Technologien aus verschiedenen Quellen zu verbinden und setzen neu entwickelten Code darauf auf. So entwickeln wir das Interoperabilitäts-Framework, das Herzstück des ALF. Anbieter werden gemäß der vereinbarten Conformance Guidelines für jedes ihrer Produkte einen Web Service schaffen. Ist das Produkt installiert bzw. in Betrieb, so wird es seinen Web Service beim Framework anmelden. Kunden können dann dieses Produkt mit anderen, ALF-kompatiblen, abstimmen, um ihre spezifischen Business-Probleme zu lösen. Wir benutzen den Begriff "orchestrieren", um deutlich zu machen, dass die Tools nicht mehr nur Daten austauschen, sondern vollständig in den Prozessablauf integriert sind und ihren Beitrag zur Automatisierung von Lösungen für das Application Lifecycle Management des Kunden leisten.

Welche Partner sind beteiligt? Wer wird Teil des ALF sein?
Parker:
Die Zahl der beteiligten Anbieter steigt stetig. Bis heute sind sieben Anbieter dem Projekt verpflichtet und wir erhalten wöchentlich neue Anfragen von Interessenten. Erst kürzlich trat Compuware dem Projekt bei. Natürlich sollte das Projekt in technologischer Hinsicht zahlreiche Unternehmen ansprechen. Anbieter und Anwender, die sich für unser Projekt interessieren, können auf www.eclipse.org/alf unseren Fortschritt verfolgen und die Mailing-Liste bzw. die News Group nutzen.

Die Fragen stellten Sebastian Meyen und Alexander Neumann.

(an)

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