JAXenter: Hallo Andrew! Kannst du das Linux-Tools-Projekt in einigen Worten beschreiben?
Andrew Overholt: Das Linux-Tools-Projekt zielt darauf ab, Werkzeuge für Linux-C/C++-Entwickler bereit zu stellen, was oft eine Integration existierender Linux Tools in die Eclipse IDE bedeutet. Unsere zweite Zielgruppe besteht aus Herstellern von Linux-Distributionen, für die wir Werkzeuge liefern, die ihre Arbeit erleichtern und so die weitere Verbreitung von Eclipse-Technologie fördern.
Das Projekt wurde vor einigen Jahren als „Linux Distros Project“ ins Leben gerufen. Es war gedacht als Sammelstelle für die zahlreichen Bereitsteller von Linux-Distributionen von Eclipse Technologie. Ziel war es, diesen Linux-Usern eine einheitliche Stimme in der Eclipse Community zu verleihen. Heute bedient das Projekt schwerpunktmäßig vor allem C/C++-Entwickler – ohne allerdings die Linux-Distributeure auch nur im Geringsten zu vernachlässigen. Projekt-Committer kommen von Red Hat, Ericsson, IBM, ST Microelectronics und der École Polytechnique de Montréal. Außerdem haben wir auch viele Einzelpersonen aus der Eclipse Community, die Beiträge leisten.
JAXenter: Wie weit fortgeschritten ist das Projekt im aktuellen Helios Release?
Andrew Overholt: Unser Projekt befindet sich immer noch in der Inkubationsphase bei Eclipse, aber wir hatten bereits eine Reihe vorheriger Releases, die zur aktuellen Version 0.6 in Helios führten. Einige unserer Komponenten stehen schon seit Jahren, andere sind ziemlich neu. Abgesehen davon haben unsere exemplarischen Tools bereits eine große Testabdeckung durch die User erreicht und sind stabil verwendbar. Eine der größten Hürden, die wir allerdings vor dem 1.0-Release noch überwinden müssen, besteht in der Definition unserer APIs, insbesondere für unsere Frameworks.
JAXenter: Das Linux-Tools-Projekt nimmt ja zum ersten Mal am jährlichen Eclipse-Release-Zug teil. Was sind deiner Erfahrungen nach die positiven und was die kritischen Punkte gewesen?
Andrew Overholt: Die Exponierung des Projekts einer großen Anwenderschaft und die Konsistenz mit den anderen Projekten des Simultan Releases sind, meiner Meinung nach, die größten Vorteile der Teilnahme an Helios. Mit der größeren Reichweite kommt allerdings auch die Notwendigkeit ins Spiel, eine stärkere Disziplin an den Tag zu legen, wenn es um die Einhaltung von Zeitplänen geht. Man muss beispielsweise wissen, wann neue Features besser auf das nächste Release verschoben werden sollten.
Sicherlich ist die Reifung unseres Entwicklungsprozesses dahingehend, dass dieser mehr den etablierten Eclipse-Projekten ähnelt, etwas, wovon wir bei der Teilnahme am Simultan-Release profitiert haben.









