Samstag, 31. Juli 2010
Jetzt neu: Onlinezugriff auf das digitalisierte Archiv des Entwickler Magazins + Sonderhefte für nur 1,50 € mehr im Monat

Artikel

Juli 2009 | Artikel

Jedes Spiel hat seine Regeln Fortsetzung, Teil 4

Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   

Prüfung durch Tools

Wie aber sieht die Praxis aus? In welchem Prozessabschnitt kommt die Schematron-Prüfung zum Einsatz und mit welchen Tools geschieht dies? Eine Möglichkeit besteht darin, ein Protokoll aller Fehlermeldungen einer Schematron-Prüfung zu generieren. Dafür gibt es fertige Open-Source-Skripte die im Batch-Betrieb eingesetzt werden können. Zusammen mit der ebenfalls standardisierten Reporting-Sprache SVRL lassen sich die erzeugten Fehler-Reports mithilfe von XSLT leicht nach HTML oder PDF transformieren. Die Grafik in Abbildung 1 zeigt den schematischen Ablauf einer Schematron-Validierung mithilfe der Skeletton-Skripte von Rick Jellife, einer zweistufigen XSLT-Transformation (für XSLT 2.0 verwendet Jellife eine vierstufige XSLT-Transformation).

Im ersten Schritt wird das Schematron-Schema mithilfe eines generischen XSLT Stylesheets in ein originäres XSLT-Dokument transformiert, das dann wiederum auf die zu prüfende XML-Instanz angewendet wird. Ergebnis kann dann ein Fehler-Report gemäß SVRL sein. Für Anwendungen aus dem dokumentenzentrierten Umfeld haben einige XML-Editoren die Schematron-Validierung bereits implementiert. Tools wie der Oxygen-XML-Editor oder XMLMind leisten bereits eine Schematron-Prüfung während der Editierphase. Die Anbindung eines Schematron-Schemas an ein XML-Dokument erfolgt hier mittels entsprechender Processing Instruction oder kann für einen Dokumenttyp in der Applikation eigens konfiguriert werden. Neben der Validierung durch ein XML-Schema wird dann zusätzlich die Schematron-Prüfung angestoßen.

Fazit

Mehr zum Thema

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dies und mehr ist alles Teil der Ausgabe 4.09 unseres Entwickler Magazins. Mehr zu diesen und anderen Themen bekommen Sie alle zwei Monate frisch am Kiosk! Zur jeweils aktuellen Ausgabe geht es hier.

  • ISO Schematron ist eine regelbasierte Schemasprache und dient der Formulierung von logischen Zusammenhangsbedingungen in XML-Dateien.
  • Die Technologie ist keine Alternative zu den etablierten grammatikbasierten Schema-Sprachen, sondern eine Ergänzung. Um einen möglichst kohärenten Datenbestand zu garantieren, empfiehlt sich die Kombination beider Möglichkeiten.
  • Bei der Formulierung des Schematron-Schemas werden das XML-Datenmodell und die Adressierungssprache XPath (1.0 oder 2.0) eingesetzt.
  • Die einzelnen Regeln eines Schematron-Dokuments werden als Business Rule bezeichnet. Sie ermöglichen unter anderem die Ausgabe einer frei formulierten Fehlermeldung, was zu einer verbesserten Kommunikation mit dem Anwender führt.

Björn Dünckel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Er beschäftigt sich mit Themen rund um das automatisierte Publizieren.

 

Dr.-Ing. Marko Hedler ist Professor für Publishing und Cross-Media-Systeme an der Hochschule der Medien in Stuttgart (www.hdm-stuttgart.de). Er unterrichtet im Studiengang Druck- und Medientechnologie die Themen XML und Cross-mediales Publizieren. Zuvor war er als Berater und Projektleiter bei der Pagina GmbH in Tübingen im Bereich XML-Automatisierung tätig.

 

Manuel Montero Pineda ist Geschäftsführer von data2type GmbH in Ludwigshafen (www.data2type.de). Zu den Schwerpunkten des Unternehmens gehört die Beratung und Umsetzung von Projekten rund um XML, XSLT und XSL-FO. Zuvor war Montero als Entwickler und Projektleiter für verschiedene Unternehmen in der Publishing-Branche tätig.

Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   

Kommentare

Gravatar Stephan Zehrer 27.07.2009
um 22:51 Uhr
Ich versuche gerade das "ISO Schematron" in mein Weltbild unterzubringen. Ihr redet doch von nichts anderem als von einer Ontology oder?
Also warum nocht RDF, RDFS, und OWL verwenden?
#zitieren